Aschaffenburg, 22.06.2018, 27.06.2018, von Ralf Hettler

Explosion und Gasaustritt

Katastrophenschutzeinheiten auf Ernstfälle vorbereitet

„Explosion und Gasaustritt – mehrere Verletzte und Tote“ hieß es am Donnerstag für die Führungsgruppe Katastrophenschutz (FÜGK) der Stadt Aschaffenburg und die Katastrophenschutzeinheiten. Mit über 100 Mitwirkenden wurde die Abwicklung des Katastrophenfalls geprobt.

Angenommen wurde, dass ein Flugzeug ein Triebwerk verloren hat, welches in ein Logistikunternehmen für Flüssiggas im Stadtteil Nilkheim stürzte. In der Übungslage kam es hierdurch zu einer Explosion und einem Gasaustritt.

Inszeniert wurde das Übungsszenario von der Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried. Vom Lagezentrum des Landratsamtes aus wurde die Übung organisiert und regelmäßig neue Aufgaben und Anforderungen eingespielt.

Auf der Aschaffenburger Feuerwache war  unter der Koordination von Katastrophenschutzsachbearbeiter Michael Steiner das Krisenzentrum eingerichtet worden. Von hier aus agierten die Führungsgruppe Katastrophenschutz der Stadtverwaltung mit Bürgermeister Jürgen Herzing und seinem Stellvertreter Dr. Meinrad Gruber im politisch administrativen Bereich, wie auch die jeweiligen Einsatzleitungen und Fachberater von Feuerwehr, Rettungsdienst, Rotem Kreuz, Malteser Hilfsdienst, Polizei, Technischem Hilfswerk und Bundeswehr. Für den operativ-taktischen Bereich war Brandoberinspektor Frank Ritter als Örtlicher Einsatzleiter zuständig.

Im Gegensatz zu anderen Großübungen waren am Donnerstag keine Einsatzfahrzeuge unterwegs und es wurden keine angenommenen Brände bekämpft oder Menschen gerettet. Dies werde regelmäßig geübt, sagt FÜGK-Leiter Jürgen Herzing. Vielmehr sei bei dem angenommenen Schadensfall die übergeordnete Organisation getestet worden.

Während jeder Feuerwehrmann die Flammen bekämpfen, Rettungsdienstkräfte Verletzte versorgen oder THW´ler mit ihrem Bergungsgerät an vorderster Front kämpften laufe bei Großschadenslagen vieles im Hintergrund, was von der Bevölkerung nur wenig wahrgenommen würde, so Bürgermeister Herzing.

Bei räumlich begrenzten Schäden könne man auf die Hilfe aus den Nachbarlandkreisen zurückgreifen. In der Flächenlage könne damit aber kaum gerechnet werden oder die Kapazitäten seien irgendwann ausgeschöpft. Unterstützung müsse in einem solchen Fall oft von sehr weit aus nicht betroffenen Gebieten herangeführt werden.

Im Rahmen des angenommenen Schadensfalls bei Transgas habe man beispielsweise die Alarmierung und Nachführung weiterer Kräfte, Warndurchsagen, den Material- und Verpflegungsnachschub, Pressekonferenzen oder Evakuierungsmaßnahmen organisiert.

Mit den Schiedsrichtern nahmen über 100 Personen an der Stabsrahmenübung teil. Neben den Fachleuten der staatlichen Feuerwehrschule beobachteten auch Vertreter der Regierung von Unterfranken und aus den Nachbarlandkreisen den Übungsablauf.

Übungsziel sei die Überprüfung der Arbeitsweise in der FÜGK in der Zusammenarbeit mit den nachgeordneten Führungsstellen, beispielsweise der Örtlichen Einsatzleitung mit Unterstützungsgruppe gewesen, erklärt Regierungsamtmann Hans-Christian Eibl von der Feuerwehrschule. Dabei seien auch die vorbereiteten Notfallpläne und die Zusammenarbeit zwischen allen an der Katastrophenabwehr beteiligten Organisationen und Einrichtungen geprüft worden.

Eibl zeigte sich mit dem Übungsverlauf zufrieden. Nach einer detaillierten Auswertung sollen die Ergebnisse der Stadtverwaltung zur Verfügung gestellt werden und bei zukünftigen Planungen Berücksichtigung finden.

 

Stichwort Katastrophenschutz in Aschaffenburg

Sollte es in Aschaffenburg zu Großschadenslagen kommen liegen Einsatzpläne und Konzepte bereit und unter der Führung von Bürgermeister Herzing übernimmt die Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) die Koordination.

Bei nichtpolizeilichen Großschadenslagen, die über das normale Einsatzgeschehen hinausgehen und über längere Zeiträume erstrecken kommt die FÜGK zusammen.

Auch wenn solche Katastrophen sehr selten vorkommen müsse die Stadt trotzdem gewappnet sein, betont Bürgermeister Herzing.

Im Katastrophenfall greife ein durchorganisierter Verwaltungsapparat. An der Spitze: die Führungsgruppe Katastrophenschutz, zu der in Aschaffenburg neben dem Bürgermeister selbst als Leiter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus vielen Stellen der Stadtverwaltung angehören. Rund zehn Mitglieder formieren sich in der FüGK, dazu kommen Kräfte der Kommunikationsgruppe und Fachberater.

Unterhalb der Katastrophenschwelle bei „außergewöhnlichen Einsätzen“ oder bei polizeilichen Einsatzlagen könnten FüGK-Mitarbeiter in kleinerem Rahmen lagebezogen eingebunden werden. Dies sei in den vergangenen Jahren beispielsweise bei den Fliegerbombenentschärfungen im Bahnhofsbereich der Fall gewesen, als es darum ging benachbarte Wohnhäuser zu evakuieren und die Menschen in Schulen oder Turnhallen unterzubringen.

Text & Bilder: Ralf Hettler


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